Teilprojekt 10

 

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Multikriterielle Analyse alternativer Managementstrategien

Bearbeiter: V. Wenzel, PIK Potsdam

Konkrete Zielstellung

Ziel dieses Teilprojektes ist es, die wesentlichen wasserabhängigen Probleme oder Konflikte im Havelgebiet (TP 1, 9 und 11), für die durch das Projekt Lösungen erarbeitet werden sollen, zunächst in Form sogenannter Masterszenarien zu beschreiben. Darunter sind spezifische Optimierungsaufgaben zur Bestimmung von integrierten Handlungsstrategien zu verstehen, die unter Berücksichtigung aller notwendigen Einschränkungen und Nebenbedingungen als die jeweils "besten" angesehen werden können. Sowohl bei der Auswahl und Definition der zum Vergleich zugelassenen Strategien als auch bei der Festlegung der für den Vergleich zu benutzenden Bewertungskriterien (TP 2 und 9) werden Interessengruppen oder sog. Stakeholder einbezogen, die durch das Problem und seine Lösung betroffen sind (Partizipationsprinzip).

Bei der Bewertung der Auswirkungen (Impakts) der einzelnen Strategien nach den ausgewählten Kriterien werden die Forschungsbeiträge der Teilprojekte TP 3 bis 8 und TP 11 in einer Impaktanalyse zusammengeführt. Daraus ergibt sich eine strukturierende Funktion des Teilprojektes für das Gesamtprojekt. Eine computergestützte Multikriterielle Analyse (MKA; Munda 1995) wertet die Ergebnisse der Impaktanalyse aus und stellt eine Rangordnung der zum Vergleich zugelassenen Strategien her. Darüber hinaus können die Interessengruppen befragt werden, welche Prioritäten sie den einzelnen Strategien nach der Kenntnisnahme ihrer Auswirkungen zumessen. Diese Bewertungen durch die Stakeholder bilden danach die Grundlage für eine gleichfalls computergestützte Konfliktanalyse (Equityanalyse), die Aussagen über die Koalitionsfähigkeit der Interessengruppen erlaubt und Kompromisse erleichtert. Sowohl der Ansatz als auch die benutzte MKA-Software sind mit der Vorgehensweise im BMBF-Projekt GLOWA-Elbe kompatibel (Wenzel 2000). Darüber hinaus gibt es sachliche Schnittstellen zu diesem Projekt. Die prinzipielle, nicht objekt-spezifische Adaptation der im vorliegenden Vorhaben verwendeten Methoden wird durch GLOWA-Elbe unterstützt. Auch aus diesem Grunde wird auf die Beantragung von Personalmitteln im vorliegenden Teilprojekt verzichtet.

Geplante Arbeiten und angewandte Methoden

Die nachfolgend angegebene Abfolge A-F stellt eine Strukturierung der Projektbearbeitung aus der Perspektive dieses Teilprojektes dar, das an den einzelnen Arbeitsschritten mit unterschiedlicher Intensität beteiligt ist.

  1. Systemanalyse und Erarbeitung bzw. Festlegung von Masterszenarien
  2. Komposition verschiedener Strategien aus geeigneten Managementoptionen und Auswahl von Indikatoren zur Impaktbewertung
  3. Erarbeitung von Bewertungskriterien auf der Grundlage der ausgewählten Indikatoren
  4. Impaktanalysen
  5. Multikriterielle Analysen
  6. Konfliktanalysen

In Arbeitsschritt A werden die Ergebnisse einer koordinierten Systemanalyse (alle TP) und die parallel dazu erarbeiteten Leitbildkonzeptionen (TP 1, 2, 9) in konkrete Aufgabenstellungen überführt (TP 1 und 11), die dem Teilprojekt als Grundlage zur Definition von Masterszenarien dienen. Das Teilprojekt ist beteiligt an der Auswahl geeigneter Managementoptionen und deren Kombination zu den je Masterszenario zu vergleichenden Managementstrategien (Arbeitsschritt B, federführend: TP 2). Dies gilt auch für die Auswahl der Indikatoren für die Vergleiche und die nach Kompetenzen zu organisierende Arbeitsteilung bei der Konsultation betroffener Interessengruppen und Institutionen (TP 2, 9, 1 und 11). Die szenariogestützte Erarbeitung der eigentlichen Impakt-Bewertungskriterien aus den verfügbaren Indikatoren in Arbeitsschritt C ist vorwiegend die Aufgabe dieses Teilprojektes. Dabei müssen insbesondere Methoden zur angemessenen Berücksichtigung der räumlichen Heterogenität wie auch geeignete mathematische Darstellungen der gegenseitigen Gewichtung der naturräumlichen, ökonomischen und sozialen Indikatoren entwickelt werden, die auch mit den Stakeholdern diskutiert werden können.

Umfangreichster und bezüglich der Methoden und Hilfsmittel (Prozessmodelle, Datenbasen, Literatur, Experten) vielschichtigster Arbeitsschritt ist die Impaktanalyse D, an der das Teilprojekt im wesentlichen nicht beteiligt ist, es sei denn, dass dabei Rückkopplungen zu A und B notwendig werden. Die Ergebnisse der Impaktanalyse werden durch das Teilprojekt in Arbeitsschritt E zur Impaktmatrix zusammengestellt und in eine Eingabedatei für das Softwaresystem NAIADE (Menegolo and Pereira, 1996; Wenzel 1999) transformiert. Dieses liefert als Resultat von MKA eine skalierte Rangfolge der zu vergleichenden Strategien. Für belastbare Ergebnisse müssen dazu vielfältige Sensitivitätsanalysen durchgeführt und ausgewertet werden. In Arbeitsschritt F werden gemäß der in Schritt B praktizierten Arbeitsteilung die Kontakte zu den Stakeholdern wieder aufgenommen, um deren interessenbezogenen Bewertungen der einzelnen Managementstrategien nach Kenntnis der Ergebnisse der Impaktanalysen einzuholen. Diese Informationen bilden die Grundlage für im Teilprojekt durchzuführende Konfliktanalysen unter Verwendung einer weiteren durch das System NAIADE angebotenen Funktion.

Angestrebte Ergebnisse und Zeitplan

Das Teilprojekt liefert in erster Linie Rangfolgen hinsichtlich der Güte von Managementstrategien, die alle als mögliche Lösungen für ein bestimmtes Problem bzw. einen Konflikt im Havelgebiet angesehen werden und deren ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen durch das Projekt untersucht werden. Darüber hinaus wird als Resultat einer Konfliktanalyse ein ebenfalls skaliertes sog. Koalitionsdendrogramm produziert. Damit können die Koalitionsmöglichkeiten zwischen mehr oder weniger antagonistischen Interessengruppen beleuchtet, in weiterführenden Szenarien studiert und Kompromisse begünstigt werden. Diese Ergebnisse hängen von vielen Einzelergebnissen ab, die in den anderen Teilprojekten erarbeitet wurden. Deren Verdichtung zu Präferenzen für Handlungsoptionen und zur Unterstützung beim Finden von Kompromissen tragen wesentlich zur Substanz des "Verwertungsplans" bei (Kap. 4).

Die Arbeitsschritte A - F sollen durch folgenden Zeitplan realisiert werden:

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Bei Fragen und Hinweisen wenden Sie sich bitte an W. Lahmer (werner@wernerlahmer.de oder  webmaster@havelmanagement.net)
Stand: 07. Februar 2005

Layout: W. Lahmer