Teilprojekt 11

 

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Analyse und Bewertung sozioökonomischer Auswirkungen und politischer Instrumentarien eines unterschiedlich zielorientierten Flussgebietsmanagements

Bearbeiter: G. Neubert und R. Thiel, LVL, Abt. Agrarökonomie

Zielstellung

Ziel der sozioökonomischen Untersuchungen ist es, durch

bulletAnalyse der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Land- und Gewässerbenutzer im Untersuchungsgebiet,
bulletdifferenzierte Ermittlung sozioökonomischer Bewertungsindikatoren in Abhängigkeit von natürlichen und ökonomischen Standortfaktoren,
bulletQuantifizierung und Bewertung der sozioökonomischen Auswirkungen vorgegebener, abgestimmter Maßnahmen und Szenarien des Flussgebietsmanagements und
bulletBewertung der Wirkung von politischen Regelungsinstrumentarien

die ökonomischen Datengrundlagen für die Planung umweltrelevanter und wasserwirtschaftlicher Vorhaben zu komplettieren und zu fundieren sowie Handlungsoptionen und Empfehlungen für eine praktikable und sozialverträgliche Umsetzung von Gewässerbewirtschaftungsmaßnahmen entsprechend den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erarbeiten.

Geplante Arbeiten und angewendete Methoden

Im Rahmen der Analyse der sozioökonomischen Situation werden wesentliche Daten zur Charakterisierung

bulletder allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie Bevölkerung, Besiedlung, Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt/Beschäftigung, zu beachtende Entwicklungsziele und –vorhaben des Landes, Förderungen,
bulletder land-, fischerei- und forstwirtschaftlichen Nutzungssituation (Flächennutzungs- und Unternehmensstruktur, Arbeitskräfte, Einkommen) sowie
bulletder Organisation, Kosten und Finanzierung der Nutzung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen, Gewässern und Wasserregulierungsanlagen

erhoben. Detailliertheitsgrad und Erhebungsmethode richten sich nach der Untersuchungsebene. Für das Gesamtgebiet (Havel) werden vorhandene Daten der Statistik, Agrarberichterstattung (InVeKoS) und sonstiger Informationsquellen des Landes ausgewertet und - soweit möglich - über den Gemeindebezug nach Teileinzugsgebieten untersetzt. Auf Fokusebene erfolgt eine Vorort-Erhebung, die sich auf betriebs- (land-) wirtschaftliche Indikatoren und ökonomisch relevante Basisdaten der Gewässerbewirtschaftung der betroffenen Akteure konzentriert und die durch die Partner (TP 1, 2, 6, 9) ermittelten Standortdaten (Böden, Relief, Wasserverhältnisse etc.) ergänzt. Neben der Bereitstellung von Flächennutzungsdaten für die Stoffbilanzierung werden Ausgangswerte, Restriktionen und Konfliktpotenziale für mögliche zu betrachtende Maßnahmen, Szenarien und Regelungsinstrumentarien des verbesserten Flussgebietsmanagements spezifiziert.

Die Ermittlung der sozioökonomischen Indikatoren (Kosten, Einkommen, AK-Bedarf ) erfolgt standortdifferenziert für unterschiedliche Flächennutzungen (Art, Intensität) und für relevante Objekte (Wasserregulierungsanlagen etc). Gleichzeitig werden für wesentliche Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Gewässerzustandes Differenzen zur Ausgangssituation je betroffener Fläche bzw. für typische Betriebe unter Berücksichtigung betrieblicher Einflussfaktoren wie z. B. Betriebstyp und betriebliche Betroffenheit kalkuliert. Diese differenzierte Ermittlung gewährleistet die Anwendung der Kennwerte für unterschiedliche natürliche und ökonomische Standortbedingungen Brandenburgs (wie adäquater anderer Bundesländer) und für diverse Planungs- und Entscheidungsfälle.

Aufbauend auf diesen Kennwerten erfolgt die Quantifizierung der sozioökonomischen Auswirkungen der Szenarien des Flussgebietsmanagements für die Fokusgebiete und das gesamte Haveleinzugsgebiet über Hochrechnungen entsprechend der in der Situationsanalyse erfassten Flächen- und Strukturdaten. Die Ergebnisse werden in entsprechend aufbereiteter Form dem TP 2 zwecks Bewertung der ökonomisch-ökologischen Effizienz der Maßnahmen und Szenarien übergeben. Für die Ermittlung der sozioökonomischen Indikatoren und Auswirkungen kann auf das im Rahmen des Elbeökologieprojektes "WaStor" entwickelte Betriebskalkulationsmodell und die dabei gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse zurückgegriffen werden. Vervollkommnet wird es insbesondere im Hinblick auf eine detailliertere Einbeziehung wasserwirtschaftlicher Faktoren und Regelungsinstrumentarien.

Ausgehend von der Bestandsaufnahme bestehender relevanter politischer Regelungsinstrumentarien (rechtliche, förderpolitische, institutionelle) und der kritischen Wertung ihrer Zielkohärenz unter Verwendung von Befragungsergebnissen betroffener Akteure wird die Eignung und Wirkung modifizierter Lösungen geprüft. Schwerpunkte sind neben der zielorientierteren Ausgestaltung von Agrarumweltmaßnahmen Instrumentarien zur Regelung der Wasser-/Gewässernutzung und -bewirtschaftung (Ressourcenbepreisung, Kontingentierung der Wasserabführung, Honorierung Wasserrückhalt, veränderte Bemessung/Anrechnung von Wasserregulierungs- und Gewässerunterhaltungskosten u. a.). Eine Spezifizierung der Untersuchungsgegenstände erfolgt in Auswertung der Situationsanalyse. Die ökonomischen Auswirkungen (Nutzer/Gesellschaft) werden anhand eines Untersuchungsgebietes (voraussichtlich Untere Havelniederung) in Kongruenz zu den Zielvorgaben der Szenarien mit Hilfe des o. g. Modells untersucht.

Angestrebte Ergebnisse und Zeitplan

Die ermittelten sozioökonomischen Kennzahlen vervollkommnen und aktualisieren die Kalkulations- und Entscheidungsgrundlagen für die Planung und Umsetzung umweltrelevanter und wasserwirtschaftlicher Vorhaben und Genehmigungsverfahren und werden den damit befassten Akteuren in entsprechend aufbereiteter Form (Datensammlung) zur Verfügung gestellt. Wesentliche Impulse werden für die effizientere Ausgestaltung der Förderpolitik zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes in Brandenburg, insbesondere der Agrarumweltprogramme sowie der Förderungen und rechtlichen Regelungen zur Gewässerbewirtschaftung, erwartet.

Die Durchführung des Teilprojektes orientiert sich an nachfolgendem Zeitplan.

  1. Sozioökonomische Situationsanalyse: Ausgangserhebung (A1) und Aktualisierung der Daten (A2)
  2. Bestimmung der Maßnahmen und Szenarien: sozioökonomische Vorgaben/Grobabstimmung (B1) und Konkretisierung (B2)
  3. Ermittlung sozioökonomischer Indikatoren
  4. Ermittlung der sozioökonomischen Auswirkungen (gebietsbezogene Szenariorechnungen)
  5. Bewertung politischer Instrumentarien: Ist-Stands-Bewertung (E1) und Wirkungs-/Eignungs-Prüfung veränderter bzw. neuer Instrumentarien (E2)
  6. Erarbeitung von Handlungsempfehlungen

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Bei Fragen und Hinweisen wenden Sie sich bitte an W. Lahmer (werner@wernerlahmer.de oder  webmaster@havelmanagement.net)
Stand: 07. Februar 2005

Layout: W. Lahmer